Zuckerentzug ist böse

 

 

Zuckerentzug und seine Symptome sind böse

 

Die schlechte Nachricht gleich vorweg. Ein Zuckerentzug kann unangenehm werden. Die gute Nachricht kommt direkt hinterher: Die harte Zeit des Entzugs dauert nur etwa 3-5 Tage an. Das ist im wahrsten Sinne gut zu verschmerzen. Denn der regelmäßige Zuckerkonsum ist dagegen dauerhaft schädlich für die Gesundheit. Mit zum Teil schwerwiegenden Auswirkungen auf Körper und Seele. Schauen wir uns hierzu die folgenden drei Fragen genauer an:

 

  1. Warum macht zu viel Zucker krank?
  2. Wie geht man den Zuckerentzug am besten an?
  3. Welche Symptome zeigen sich beim Zuckerentzug?

 

Den industriellen Zucker ganz zu meiden, ist sicherlich nicht einfach. Denn dieser Zucker steckt gefühlt und geschmeckt so ziemlich überall. Deshalb ist es auch keine leichte Aufgabe, ihn “sein zu lassen”. Aber man kann es versuchen – wenn man das will oder sogar muss. Damit beantwortet sich die Frage, warum man sich so einen Sugar Detox freiwillig antut, praktisch von allein. Bei übermäßigen Zuckerverzehr sind nicht nur die eigene Fitness oder das allgemeine körperliche Wohlbefinden betroffen. Eine permanente Zuckerzufuhr kann den Menschen krank machen. Chronisch kranke Diabetiker können ein unschönes Lied davon singen.

Wann merken wir, dass wir etwas ändern müssen? Ein Indiz für zu viel Zucker im Essen ist die fehlende Fitness, also wenn man sich den ganzen Tag schlapp fühlt. Das kann ein jahrelanger, schleichender Prozess sein. Oder, wenn man über einen bestimmten Zeitraum hemmungslos zugegriffen hat. Leider passiert so etwas oft zur Oster- oder zur Weihnachtszeit, wenn das süße Gift praktisch an jedem Ort zu finden ist.

 

Zuckerentzug krank

 

 

Man fühlt sich erst dann fitter, wenn der Zucker aus der Ernährung verschwunden ist

Was passiert, wenn man Schokolade, Kuchen, Plätzchen, Eis, Limonade und andere Zuckerbomben abrupt aus dem Speiseplan wirft? Um es vorweg zu nehmen – in den ersten Tagen danach nicht viel Gutes. Dafür ist davon auszugehen, dass man sich nach der ersten erfolgreich überstandenen, zuckerfreien Zeit direkt befreiter, gesünder, fitter, einfach besser fühlt. Wer nicht mehr darauf geachtet hat, welche Mengen an Zucker er zu sich nimmt, muss nicht unbedingt an Gewicht zugenommen haben, auch wenn dies in den meisten Fällen die logische Folge ist. Aber selbst bei nahezu gleichbleibendem Gewicht weist der Körper keine ausreichend gute Kondition mehr auf.

Wie man merkt, dass man fast nur noch aus Zucker besteht, erkennt man an folgenden 6 überdeutlichen Zeichen und Symptomen (und dass Zuckerentzug zwar böse ist, der dauerhafte Konsum von Zucker jedoch ungleich mehr):

 

1.) Wir essen immer mehr und immer öfter Zucker

Zu Beginn merkt man es kaum. Man isst immer mehr Süßigkeiten, ohne sich der Menge bewusst zu werden.

Das liegt unter anderem daran, dass man eine große Vielzahl an verschiedenen Süßigkeiten über den Tag verteilt zu sich nimmt. Ein Riegel Schokolade, 4-5 Zimtplätzchen, später noch ein Mini-Snickers. Und je nach vorweihnachtlicher Stimmung, kommen Edelmarzipan-Happen, noch mehr Plätzchen oder auch mal ein kleines Eis hinzu. Wahlweise mit Sauce oder heißen Himbeeren. Damit führt man dem Körper eine große Menge an sogenannten Einfach- und Zweifachzucker zu (Mono- und Disaccharide). Das sind zwar schnelle Energielieferanten, die jedoch im Gegensatz zu Vielfachzucker (Kartoffeln, Reis, Nudeln) keine Vitamine enthalten und keine sättigende Wirkung besitzen.

Da wir von Schokolade & Co. nicht wirklich satt werden, essen wir mehr davon als notwendig. Mal mehr. Mal noch mehr. Das Ganze täglich. Das schlägt nach vier Wochen ordentlich zu Buche. Also zu Bauche. Kommen wir zum nächsten Punkt …

 

2.) Zucker macht uns rund und unförmig

Man ist, was man isst. Das dürfte mittlerweile jedem klar sein. Wer auf (gesunde) Ernährung und ausreichend Bewegung pfeift, darf sich nicht wundern, wenn der Body im Sommer nicht mehr freibadtauglich ist. Wer viel Zucker isst, sieht leider nicht mehr aus wie … Zucker. Die Croissants zum Frühstück und die Milchschnitten am Nachmittag machen sich deutlich bemerkbar. Vielleicht noch ein stark gesüßter Latte macchiato gefällig? All das kann sich nur erlauben, wer diese „falschen“ Kalorien noch am gleichen Tag wegtrainiert und verbrennt. Zumal wir gar keinen Zucker brauchen!

Wer aber parallel zu seinem starken Zuckerkonsum nicht motiviert für einen Ausgleich in Form von Sport, Bewegung oder sonstiger körperlicher Anstrengung sorgt, setzt an. Die Kindheit kennt solche Probleme nicht. Oder kaum. Was folgt daraus? Arme, Beine und Bauch nehmen an Umfang zu. Man wird runder und molliger. Alles nicht gerade hübsch, noch weniger gesund. Was ist passiert?

Es ist im Grunde ganz einfach: Wer mehr Kohlehydrate etwa in Form von Zucker (besteht zu 100 % aus Kohlehydraten) zu sich nimmt, nimmt zu. Denn die ganze überschüssige Energie wird in Fett umgewandelt. Einer der größten Risikofaktoren, um an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Grundsätzlich gilt, dass neben den gemütlichen Körperrundungen Qualität und Quantität der eigenen Körpermasse einer gesunden Lebensführung eher abträglich  sind. (Schwangere sollten natürlich besonders auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achten.) Auch wenn jeder frei in seinem Tun und somit seines eigenen Körpers Schmied ist.

 

3.) Durst nicht mit Limonade stillen

Zuckerentzug GründeDen einen oder anderen mag es überraschen: Selbst bei erhöhtem Zuckerkonsum verspüren viele Zuckermäuler dennoch keinen Durst. Das Durstgefühl empfindet jeder anders, nämlich je nachdem, wie sehr er dadurch die sogenannte Teilchenkonzentration im Körper verschiebt. In der Körperflüssigkeit sind verschiedene Blutsalze enthalten, etwa Natrium, Chlorid, Kalium etc. Weicht die Zusammensetzung vom optimalen Zustand ab, sorgt der Körper selbst mit entsprechenden Mechanismen dafür, dass bald wieder „Normalität herrscht“.

Beim Normalisieren helfen Getränke wie Wasser, (ungesüßte) Tees oder stark verdünnte Säfte am besten. Selbstverständlich sollten Limonaden und Colagetränke im Supermarkt bleiben. Solche Zuckerbomben verstärken, genau wie die Light-Varianten, die Zuckersucht. Als erprobte Gewohnheitstiere verhalten wir uns gelegentlich masochistisch oder ignorant, wenn wir das essen und trinken, was die Supermärkte wie Edeka, Rewe und Penny so hergeben. Denn wir greifen nach ungesunden, in Augenhöhe stehenden, stark gezuckerten Dickmachern. Dennoch gibt es für jeden Neuanfang oder Kurswechsel einen leichten „ersten Schritt“. Mit dem Verzicht von Cola und Limo wäre die erste gewinnbringende Stufe zu einem gesünderen Leben erklommen.

Ebenso wenig überraschend wie die Gewichtszunahme: Durch Zucker wird man müde und träge. Und bald ein Kandidat für eine Nebenrolle in dem Thriller “Sieben” … zu erwähnen wären hier die Todsünden Trägheit und Maßlosigkeit.

 

4.) Das Kaufverhalten flexibler gestalten

Ein weiteres Anzeichen für maßlosen Zuckerkonsum ist das eigene Kaufverhalten. Denn das richtet sich nicht mehr nach besonnener Ausgewogenheit und der Suche nach einem variabel sortierten Einkaufsmarkt. Der eigene Einkauf von Lebensmitteln kann fremdgesteuert sein. Denn wer die Zuckersucht nicht los wird, kauft auch weiterhin das, was er zu brauchen glaubt: noch mehr Zucker. Wenn man diese Essgewohnheit nicht stoppt, geht die süße (Heißhunger-)Spirale weiter in die falsche Richtung.

Da wären zum Beispiel: der reine raffinierte Zucker, um Plätzchen zu backen. Oder der Zucker, der in all den Süßigkeiten steckt, die man eben mal zu Hause haben möchte. Für den Fall, wenn Gäste kommen. Oder für den eigenen zuckerintensiven Heißhunger, der einen mittlerweile täglich überkommt. Weil man dem Körper keine gesunden Alternativen mehr anbietet. Nicht wenige sprechen in dem Fall von einem Suchtverhalten.

Das eigene Kaufverhalten und die Essgewohnheiten ändern sich allerdings nicht ohne eigene Impulse zu setzen. Wenn man bei der Umsetzung des neuen Ernährungsplans keine Unterstützung erhält, ist es doppelt schwierig, sich zu motivieren. Selbst wenn es um eine verbesserte Gesundheit und die wieder zu erlangende Fitness geht. Ist das Umdenken erst einmal erfolgt, muss auch richtig angepackt werden. Das wiederholt aufkommende, ungesunde Körpergefühl, die Müdigkeit und die gehässigen Spiegelbilder müssen einen schon selbst stören.

Und wenn man sich schließlich ganz mutig für einen Zuckerentzug entschieden hat, wird es erst mal böse und unangenehm.

 

5.) Vorübergehend krank durch Sugar Detox: Zuckerentzug und seine Symptome

Der Zucker muss weg. Aus dem Haushalt und aus dem Körper. Zumindest die Zuckeraufnahme sollte stark eingeschränkt werden. Allerdings macht uns der eigene Körper schnell und unmissverständlich klar, was dies in den ersten Tagen „danach“ bedeutet. Qualen, Schmerzen und geradezu pathologische Zustände. Es klingt wie eine klassische Rachestory. Was man seinem überzuckerten und übersäuerten Körper angetan hat, kriegt man jetzt doppelt und dreifach von ihm zurück. Leider auf die harte Tour: Es machen sich erste Entzugserscheinungen bemerkbar. Ist der Zuckerentzug konsequent gestartet, wird man regelrecht krank. Schuld daran ist der Zucker – und zwar der, den man NICHT gegessen hat.

 

6.) Die Symptome beim Zuckerentzug:

  1. Kopfschmerzen
  2. Müdigkeit
  3. Schwindelgefühle
  4. Muskuläre Schmerzen
  5. Schlafstörungen
  6. Lust auf Süßes …

 

Zuckerentzug Symptome

Es fühlt sich 1-2 Tage lang so an, als müsste man wie Gollum aus „Der Herr der Ringe“ Saurons Land Mordor durchkriechen. Genau darin steckt die Wahrheit der letzten Wochen und Monate. Und ein Gradmesser. Denn, wer beim Zuckerentzug einen kaum zu bändigenden Heißhunger verspürt und nach 3-4 Tagen zusätzlich Kopfschmerzen und Übelkeit erleidet, weiß eines ganz sicher: Er hat es in der Vergangenheit mit dem Zucker übertrieben. Die “Stiftung Zuckertest” lügt nicht.

 

Denn jetzt enthalte ich meinem Körper vor, was er über einen zu langen Zeitraum in zu großem Ausmaß zu sich nehmen durfte. Auch der Magen ist ein Gewohnheitstier. Und der hasst Veränderungen. Dennoch: Nach der Zuckersucht und einem erfolgreichen Zuckerentzug der ersten Tage wendet sich endlich alles zum Guten.

 

7.) Und die Moral von der Geschicht’ – Zucker isst man oder nicht

Was lernen wir daraus? Im Grunde nichts, was wir nicht bereits vorher gewusst haben. Irgendwas muss an den etwa 35 Kilogramm Zucker pro Kopf und pro Jahr ungesund sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt maximal 6 Teelöffel pro Tag. Das entspricht etwa 25 Gramm. Das wären pro Kopf/Jahr knapp über 9 Kilogramm. Im Durchschnitt konsumieren wir demzufolge 26 Kilogramm Zucker pro Jahr mehr als empfohlen – zu viel um gesund zu bleiben oder werden.

Wie ungesund das alles ist, zeigen körperlichen Verschleiß- und Ausfallerscheinungen. Spätestens beim Zuckerentzug weiß man, woran sich der Körper über all die Jahre gewöhnen musste. Nämlich an süchtig machenden Zucker. Letztgenannter ist in zu großer Menge für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich. Hierzu eine Liste der Symptome, die sich bei erhöhtem Verzehr von Zucker zeigen:

  • Zahnkaries
  • Parodontose
  • Übergewicht
  • Diabetes (Typ 2)
  • Leberschäden
  • Depressionen

… außerdem: Nervosität, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Blähungen, Durchfall, Schlafstörungen, Haarausfall. Ich fürchte die Aufzählung ist immer noch nicht vollständig. Auch das haben wir schon einmal gelesen. Oder gehört bzw. im Fernsehen bei „3nach9“ gesehen:

 

 

So is(s)t beispielsweise Moderatorin Anastasia Zampounidis (wurde 28.12.2018 stolze 50 Jahre alt) seit über 12 Jahren „zuckerfrei“. Was man ihrem gesunden Teint durchaus ansieht.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, einen Plan zu erstellen, wie man den Zucker sinnvoll und vor allem schrittweise „abbaut“.

 

Tipps:

Hier eine Anleitung, wie man den Zuckerentzug durchhält. Darin heißt es sinngemäß: Je mehr Zucker man in der Vergangenheit gegessen hat, desto langsamer sollte man den Übergang zu deutlich weniger Zucker gestalten. Gesünder und verträglicher als ein Hauruckverfahren ist das sicherlich. Es kommt eben darauf an, wie viele Zuckervorräte bereits in einem schlummern. Insbesondere, um nicht krank zu werden und um Schmerzen zu vermeiden, sollte man den moderaten Einstieg wählen. Wichtig ist nur, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

So kann jeder einen guten Vorsatz (nicht nur fürs neue Jahr) finden: weniger Zucker essen und weniger Limo trinken.

Ein gesundes Leben zu führen, ist also gar nicht so schwer. Es gibt immer mehr Menschen, die gänzlich auf (industriellen) Zucker verzichten. Wer gleich diese etwas radikalere Version ausprobieren möchte, der findet in den sozialen Netzwerken Unterstützung. Dort findet man sowohl Leidensgenossen, die am Anfang der Entgiftung stehen als auch glückliche, gesunde Menschen, die bereits ausreichend Alternativen zum Zucker gefunden haben. Weitaus gesündere Lebensmittel in Form von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Wasser und Tees bekommt man in guter Qualität in Bioläden, zum Teil auch in den Discountern.

In diesem Sinne, der nächste Schoko-Osterhase kommt bestimmt. Oder vielleicht doch nicht …?