Zuckerentzug ist böse

 

 

Der wichtigste Grund, warum Zuckerentzug böse ist

 

Ich hab’s getan.

 

Ich esse keinen Zucker mehr.

 

Also keinen sichtbaren.

 

Ganz meiden kann man den Zucker nicht. Denn Zucker steckt so ziemlich überall drin. Deshalb ist es auch keine leichte Aufgabe, ihn “sein zu lassen”.

 

Trotzdem: Der Zuckerentzug ist überfällig. It’s time for Sugar Detox!

 

Warum ich mir das freiwillig antue? Weil es in den letzten vier Wochen zu viel wurde. Das hat nichts mit Wünschen zum Jahreswechsel oder mit guten Vorsätzen zu tun. Das ergibt sich eher zufällig nach der Weihnachtszeit, in der das ganze süße Gift an jeder Stelle und zu jedem Anlass zu bekommen ist.

 

Ist das zuckerfreie Leben wirklich möglich?

 

Zuckerentzug krank

 

Ich bin nicht gerade diätsüchtig.

 

Ich bin 1,88 m groß und wiege etwa 83 kg. Man könnte mich fast als schlank bezeichnen.

 

Wer aber behauptet, ich hätte allein im vergangenen Monat einen Bauch(ansatz) bekommen, hat nicht ganz unrecht.

 

In diesem Beitrag will ich kurz beschreiben, was passieren kann, wenn man Schokolade, Kuchen, Plätzchen, Eis und Limonade weglässt. Um es vorweg zu nehmen – (vorerst) nichts Gutes.

 

Eins ist klar. Es war zu viel. Ich hatte es übertrieben.

 

Einfach schon deswegen, weil ich nicht mehr darauf geachtet habe, welche Zuckermengen ich in mich reinschob. Aber noch einmal: Ich hatte nicht unbedingt viel zugenommen. Aber ich hatte kaum noch brauchbare qualitative Substanz.

 

Ich habe schlicht Müll gegessen.

 

Wie man merkt, dass man fast nur noch aus Zucker (und ungesundem Weizen) besteht, erkennt man an folgenden 6 überdeutlichen Zeichen + Symptomen:

 

(… und dass Zuckerentzug böse ist …)

 

1.) Immer mehr, immer öfter

Zu Beginn merkt man es kaum.

 

Man isst immer mehr Süßigkeiten, ohne sich über die Menge bewusst zu werden.

 

Auch weil es viele verschiedene Süßigkeiten sind, die man täglich zu sich nimmt. Ein Riegel Schokolade, 4-5 Zimtplätzchen, später noch ein Mini-Snickers. Und je nach vorweihnachtlicher Stimmung, kommen Edelmarzipan-Happen, noch mehr Plätzchen oder auch mal ein kleines Eis hinzu. Wahlweise mit Sauce oder heißen Himbeeren.

 

Mal mehr, mal noch mehr.

 

Dafür täglich.

 

Das schlägt nach 4 Wochen ordentlich zu Buche. Also zu Bauche. Kommen wir zum nächsten Punkt …

 

2.) Immer runder und unförmiger

Man ist, was man isst.

 

Wer viel Zucker isst, sieht aus wie … nein, nicht wie Zucker. Eher wie jemand, der morgens drei Milchschnittten und 2 Croissants vernichtet. Zu seinem stark gesüßten Latte macchiato. Das ginge ja noch, wenn man das am gleichen Tag wegtrainiert.

 

Wer aber parallel zu seinem starken Zuckerkonsum nicht motiviert für einen Ausgleich in Form von Sport, Bewegung oder sonstiger körperlicher Anstrengung sorgt, setzt an. Die Kindheit kennt solche Probleme nicht. Oder kaum.

 

Diese Erkenntnis ist so spannend wie logisch. Das Ergebnis: kleine Bäuche, große Bäuche, nachwinkende Unterarme oder einfach dicke Backen. Alles nicht hübsch und – kommt im besten Fall wieder weg. Oder etwa nicht?

Denn neben den gemütlichen Körperrundungen ist hier die Qualität und die Quantität der eigenen Körpermasse einer gesunden Lebensführung eher abträglich. (Schwangere sollten natürlich besonders auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achten.)

 

Auch wenn jeder frei in seinem Tun und somit seines eigenen Körpers Schmied ist.

 

3.) Kaum noch Durst – dafür abgeschlafft und müde

Zuckerentzug GründeEs war eine der größten Überraschungen, die ich während des “Entzugs” festgestellt habe. Auch wenn mein Zuckerfressen keine Studie werden sollte. Ich war hundemüde. Und:

 

Ich hatte kaum noch Durst!

 

Und das, obwohl ich so viel Süßes esse.

 

Kann aber auch daran gelegen haben, dass ich mein „Durstgefühl“ mit Cola und Limo gestillt habe. Wenn einem mal wieder alles egal ist. Letztendlich weiß man ja, was man seinem Körper antut!

 

Und tut es trotzdem.

Was sind wir doch für Masochisten. Oder Ignoranten. Vielleicht sind wir einfach nur bequem und essen das, was Edeka, Rewe und Penny so hergeben. An ungesunden, diabolischen, in Augenhöhe stehenden Dickmachern. Und langen voll zu.

 

Wie im Laden, so auch zu Hause. Amen.

 

Ebenso wenig überraschend wie die Gewichtszunahme: Durch Zucker wird man müde und träge.

 

Und bald ein Kandidat für eine Nebenrolle in dem Thriller “Sieben” … zu erwähnen wären hier die Todsünden Trägheit und Maßlosigkeit.

 

4.) Fremdgesteuertes Kaufverhalten

Ein weiteres Anzeichen für maßlosen Zuckerkonsum ist das veränderte eigene Kaufverhalten. Denn das richtet sich nicht mehr nach besonnener Ausgewogenheit und der Suche nach einem variabel sortierten Einkaufsmarkt.

 

Einmal zuckersüchtig, und von nichts Anderem spreche ich hier, kauft man das, was man glaubt zu brauchen: noch mehr Zucker.

 

Wenn man es nicht stoppt, geht diese süße Spirale immer weiter.

 

Entweder reinen raffinierten Zucker, um Plätzchen zu backen. Oder den Zucker, der in all den anderen Süßigkeiten steckt, die man eben mal zu Hause haben möchte. Für den Fall. Falls Gäste kommen. Oder für den kleinen Heißhunger. Oder eben der eigene zuckerintensive Heißhunger, der einen mittlerweile täglich überkommt, weil man dem Körper keine (gesunden) Alternativen mehr anbietet!

 

Leider wird das eigene Kaufverhalten nicht durch andere Menschen verändert. Den meisten anderen ist es egal, was man seinem Körper antut …

 

Das wiederholt aufkommende, ungesunde Körpergefühl, die Müdigkeit und die gehässigen Spiegelbilder müssen einen schon selbst stören.

 

Und wenn man sich schließlich für einen kalten und ätzenden Zuckerentzug entschieden hat, wird es (vorübergehend) erst einmal böse … und dunkel.

 

5.) Krank durch Sugar Detox: Die Symptome beim Zuckerentzug

Ich denke, spätestens jetzt dürfte klar sein, was gemeint ist.

 

Natürlich muss der Zucker weg.

 

Aus dem Haushalt und aus dem Körper.

 

Oder er muss zumindest stark eingedämmt werden. Allerdings macht uns der eigene Körper schnell und unmissverständlich deutlich, was das in den ersten Tagen „danach“ bedeutet. Qualen, Schmerzen und geradezu pathologische Zustände. Es klingt wie eine klassische Rachestory. Was ich meinem überzuckerten und übersäuerten Body antue, kriege ich doppelt und dreifach von ihm zurück.

 

Aber auf die harte Tour.

 

Am dritten Tag wurde ich richtig krank. Schuld daran war der Zucker – den ich nicht gegessen habe.

 

6.) Die Symptome beim Zuckerentzug:

  1. Kopfschmerzen
  2. Müdigkeit
  3. Schwindelgefühle
  4. Muskuläre Schmerzen
  5. Schlafstörungen
  6. Lust auf Süßes …

 

Zuckerentzug durchhalten

Es fühlt sich 1-2 Tage lang so an, als müsste man wie Gollum aus „Der Herr der Ringe“ Saurons Land Mordor durchkriechen. Und zwar an Ketten gefesselt.

 

Genau darin steckt die Wahrheit der letzten Wochen und Monate. Und ein Gradmesser. Denn, wer beim “Zuckerentzug” einen kaum zu bändigenden Heißhunger verspürt und nach 3-4 Tagen zusätzlich Kopfschmerzen und Übelkeit erleidet, weiß eines ganz sicher: Er hat in der Vergangenheit maßlos übertrieben.

 

Die “Stiftung Zuckertest” lügt nicht.

 

Denn jetzt enthalte ich meinem Körper das vor, was er über einen langen Zeitraum in ausreichendem Maße zu sich nehmen durfte.

 

Der Magen ist ein Gewohnheitstier! Und er hasst Veränderungen.

 

Selbst wenn sie sich nach dem erfolgreichen Zuckerentzug eindeutig zum Guten wenden.

 

7.) Und die Moral von der Geschicht’ – Zucker isst man oder nicht

Was lernen wir daraus? Nichts, was wir nicht bereits vorher gewusst haben.

 

Irgendwas muss an den etwa 35 Kilogramm Zucker pro Kopf und pro Jahr ungesund sein.

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt maximal 6 Teelöffel pro Tag. Teelöffel sind übrigens NICHT die Art Löffel, die man zur Suppe reicht … 6 Teelöffel entsprechen ungefähr 25 Gramm. Das wären pro Kopf/Jahr knapp über 9 Kilogramm.

 

Somit konsumieren wir rund 26 Kilogramm Zucker zu viel – um gesund zu bleiben oder zu werden …

 

Wie ungesund das ist, zeigen unsere körperlichen Verschleiß- und Ausfallerscheinungen. Spätestens beim Zuckerentzug weiß man, woran sich der Körper über all die Jahre gewöhnen musste. Nämlich an hochgezüchteten Weizen und süchtig machenden Zucker. Letztgenannter ist in zu großer Menge für so ziemlich alles verantwortlich, was den Körper ruinieren kann:

 

Zahnkaries, Parodontose, Übergewicht, Diabetes (Typ 2), Leberschäden, Depressionen. Außerdem: Nervosität, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Blähungen, Durchfall, Schlafstörungen, Haarausfall. Ich fürchte die Aufzählung ist nicht vollständig …

 

Richtig. Auch das haben wir schon einmal gelesen. Oder gehört oder im Fernsehen bei „3nach9“ gesehen:

 

 

So is(s)t beispielsweise Moderatorin Anastasia Zampounidis (wird am heutigen 28.12.2018 stolze 50 Jahre alt) seit über 12 Jahren „zuckerfrei“, was man ihrem gesunden Teint durchaus ansieht.

 

Was mich bei meiner Entscheidung, alles Süße im (Kühl-)Schrank stehen zu lassen, überraschte, waren die durch den selbst gewählten Zuckerentzug erlittenen Schmerzen.

 

Das war wie nach durchzechter Nacht mit einem Kopf, der laut platzen und mit einem Magen, der sich öffentlich zeigen will.

 

Daher sollte man sich vorher einen Plan überlegen, wie man den Zucker sinnvoll und vor allem schrittweise „abbaut“. Den Tipp hätte ich gern vor meinem Zuckerentzug bekommen …!

 

Tipps:

 

Hier eine weitere Anleitung, wie man den Zuckerentzug durchhält.

 

Darin heißt es u. a. sinngemäß: Je mehr Zucker du in der Vergangenheit gegessen hast, desto langsamer solltest du den Übergang zu deutlich weniger Zucker gestalten.

Gesünder und verträglicher als mein Hauruckverfahren ist das allemal. Es kommt halt darauf an, wie viele Zuckervorräte bereits in einem schlummern. Aber um nicht krank zu werden und Schmerzen zu vermeiden, sollte man diesen Rat befolgen.

 

Nie wieder Zucker! (… und übersäuerten, da gezüchteten Weizen)

 

Also doch einen Vorsatz fürs neue Jahr gefunden: weniger Zucker essen und weniger Limo trinken.

 

Am besten ganz auf (industriellen) Zucker verzichten.

 

Wie gesagt, ein gesundes Leben ohne Zucker ist möglich.

 

Wer dies anfangen und einfach mal ausprobieren möchte, der findet in den sozialen Netzwerken Unterstützung. Dort findet man Leidensgenossen, die am Anfang der Entgiftung stehen als auch glückliche, gesunde Menschen, die ausreichend Alternativen zum Zucker gefunden haben. Hilfen und vor allem wohlschmeckende (auch gesund-süße) Rezepte gibt es massenweise zum Beispiel in dieser facebook-Gruppe.

 

In diesem Sinne, der nächste Schoko-Osterhase kommt bestimmt. Oder vielleicht doch nicht …?